Montag, 24. Juni 2013

Der 15.11.2010



Ich fange an. Die Geschichte zu schreiben. Ich verschreibe mich. Lösche es und fange von vorne an. 
Im Leben ist es auch so. Ich mache Fehler. Ich würde vieles dafür geben es rückgängig zu machen. Meine Fehler zu verhindern. Es richtig zu machen. Entscheidungen anders zu treffen. Mein Leben zu verändern, wie ich es jetzt nicht mehr kann. Doch ich kann es nicht. Ich muss es  hinnehmen wie es kommt. Ich kann nur bereuen. Und das Beste daraus machen. Auch wenn das Beste schlecht ist. Schlechter, viel schlechter als es sein könnte. Dabei könnte es so schön sein. Das Leben. Wenn ich es mir ausmale. Aber wäre es dann auch wirklich so? Oder schlechter? Ich muss einfach weiterleben und versuchen glücklich zu sein. Glücklich zu sein obwohl es nicht geht. Und doch hab ich Grund glücklich zu sein. Wenn ich nicht nachdenke. Dann vielleicht könnte ich glücklich sein...
Aber wer kann das schon?! Das Denken einfach ausschalten?! Vielleicht wäre es besser, hätte ich andere Entscheidungen getroffen. Vielleicht aber auch schlimmer. Vielleicht hätte ich dann auch das Letzte verloren. Meine wenigen Freunde, die ich noch habe. Oder ich hätte mehr... 
Dann wäre mein Leben perfekt. 
Nicht perfekt, aber fast. 
Ich muss oft an unsere Grundschulzeit denken. Das Leben war so leicht. Ein Tag nach dem anderem. Es war so leicht glücklich zu sein. Freunde zu haben. 
Das Leben war perfekt. 
Fast perfekt. 
Ich kenne das Gefühl glücklich zu sein. Ich weiß wie es ist glücklich zu sein. Doch das ist lange her. Seit Jahren schon kämpfe ich um jeden Tag.. Ist das Leben so? Traurig. Trostlos. Alle Jubeljahre ein paar glückliche Stunden? Ehrliches Lachen? Lachen aus dem Herzen? Welchen Sinn hat dann das Leben? Leben wir nur für diese Momente? Ein paar Stunden um glücklich zu sein? Warum leben wir? Es muss mehr geben. Ich weiß es. Es muss mehr geben, denn ich weiß wie es ist glücklich zu sein. Zufrieden mit dem Leben. So glücklich, dass ich den ganzen Tag singen und tanzen könnte. Aber das ist lange her. Eine Ewigkeit. Oder zwei. In der Grundschulzeit. Als die Welt für mich noch in Ordnung war. Meine Probleme so klein, dass sie kaum zu sehen waren. Alles glatt lief. 
Perfekt war. 
Fast perfekt.
Bis das Ende kam. Vielleicht hängen wir deshalb so an der Grundschulzeit? Weil das Leben so leicht war? Es leicht war glücklich zu sein. 
Wir werden das nie vergessen. Immer miteinander verbunden sein. Auf eine Art. Das wird es nie wieder geben. In keinen anderen Klassen und Schulen, in denen wir sein werden. Denn die Zeit ist vergangen. Und die Vergangenheit hat ihre Spuren hinterlassen. Die können wir nicht vergessen. Und nicht heilen. Aber wir haben die Zeit davor, als das Leben leicht war. Und wir haben diese Freunde oder Feinde, mit denen wir verbunden bleiben. Auf eine Art. Die Art die man nicht begreifen kann. Und die doch da ist. Das wird bleiben davon. Und daran können wir uns festhalten. Daraus bleibt die Hoffnung, dass alles besser wird. Dass die Zukunft mehr bringt. Wir glücklich werden. Wieder. Auf eine Art. Dass ich glücklich werde. Ich besonders. Ich halte mich an dieser Hoffnung. Dass alles wieder besser wird. Denn ich will nicht aufgeben. Und deshalb hoffe ich und bin froh, dass ich meine Vergangenheit habe.

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